Jodeln allgemein

Jodelarten

Jodeln ist nicht gleich Jodeln. Das Jodeln ist nämlich aus 5 unterschiedlichen Jodelarten zusammengesetzt. Meistens besteht ein Jodel auch nicht nur aus einer Jodelart sondern ist eine Zusammenstellung aus mehreren oder sogar allen.

 

Der Singjodel

Der Singjodel ist wahrscheinlich eine der ältesten, wenn nicht die älteste Jodelart. So werden jene Jodel benannt, die eine charakteristische Fortführung des Liedthemas bedeuten. Sie sind eher eine Liedmelodie als ein richtiger Jodel, sie verzichten auch weitgehend auf Zungen- und Kehlkopfschlag. Sie klingen oft wie ein Gebet, ohne schnelle Läufe und Verzierungen.


Der Zungenschlagjodel

Früher hörte man noch oft das Aufschlagen der Zunge am Ende des Gaumens, das dieser Jodelart auch den Namen gab. Dieser Schlag ist heute aber weitgehend verschwunden. Der Zungenschlagjodel ist ziemlich schnell und hört sich an wie eine Nachahmung einer Klarinette, egal ob bei der raschen Wiederholung eines Tones oder in den auf- und absteigenden Läufen.


Der Kehlkopfschlagjodel

Beim Kehlkopfschlagjodel macht der Kehlkopf eine wippende Bewegung. Er entsteht durch das kurze Schliessen und das nachfolgende explosionsartige Öffnen der Stimmritze. Am besten kann der Kehlkopfschlag, auch Glottisschlag genannt, bei einem Sprung ausgeführt werden der grösser ist als eine Quart. Von oben nach unten wird er mit den Vokalen u-o und von unten nach oben mit o-u gejodelt. Die Technik des Kehlkopfschlages ist ziemlich schwer und viele JodlerInnen verbinden die Vokale einfach, so klingt es dann gesungen anstatt gejodelt.


Der Chugelijodel

Im Grunde genommen ist der Chugelijodel eine besondere Art des Zungenschlagjodels, welche sehr häufig verwendet wird. Die Melodie sollte, wie der Name schon sagt, von oben nach unten kugeln. Es sollte klingen, als würde man eine Kugel eine Miniaturtreppe hinunter kugeln lassen. Sie schlägt gleichmässig auf jeder Stufe auf und rollt ohne Unterbruch nach unten. Es gibt aber selten Jodel oder Jodelteile, die spezifisch aus Chugelijodel bestehen.

 

Der Tröhljodel

Wegen seiner Technik, und der Verbindung von jeglichen Jodelarten, ist der Tröhljodel die anspruchsvollste Jodelart. Es kommen schnelle, grosse Kehlkopfsprünge, sowie auch Zungenschlagpartien und zwischendurch auch mal ein Singjodelteil vor. Die Vielfalt eines Tröhljodels ist sehr gross und der Jodler kann sein Können mit dieser Jodelart sehr gut demonstrieren.

 

Entstehungshypothesen

Für den Ursprung des Jodelns gibt es sehr viele unterschiedliche Hypothesen, wie es entstanden sein könnte.

 

Die Echo-Hypothese: Das Echo in den Bergen soll der Ursprung des Jodelns sein. Indem man etwas rief oder jauchzte und das Echo von den Bergen zurück prallte, klang das wie eine Melodiebildung. Das ist aber eher unwahrscheinlich, da es nicht überall Berge gibt, wo gejodelt wird.

 

Die Affekt-Hypothese: Die Jodelnden standen unter dem Affekt Freude und Leid laut rufen oder schreien zu wollen, wobei sich die Stimme überschlug. Auch das ist nicht wirklich wahrscheinlich, nur weil sich beim Affektruf die Stimme überschlagen kann.

 

Die Widerspiegelungs-Hypothese: Man glaubte, dass sich die Silhouette der Landschaft im Jodeln abzeichnet und widerspiegelt. Es ist sicher richtig, dass die Landschaft die Menschen prägt, allerdings wird auch das nicht der Ursprung gewesen sein.

 

Die Zuruf-Hypothese: Es wird gesagt, dass das Jodeln in den Bergen durch Zurufe entstanden sei. Die Menschen wohnten weit auseinander und konnten sich so Freude und Gefahren übermitteln, es ertönte tief (jo-ho) oder hoch (ju-hu). Die Liebe des Sennen zum Sennenmeitschi weckte die Erfindungsgabe von Liedtexten. Dieser melodische Ruf wurde zum Morgen-, Tages- und Abendgruss. Auch das Vieh wurde mit einem Juchzer angelockt. Auch bei dieser Hypothese ist man sich nicht einig, jedoch sagt der Eidgenössische Jodelverband in seiner Schulungsgrundlage, das sei die Entstehung.

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